Im Zeichen des Lichts

Liebe Leserinnen und Leser,
jedes Jahr steht unter einem bestimmten Motto, welches die UNESCO als „Internationales Jahr“ deklariert: 2014 war es bspw. das Jahr der Kristallographie, in den Jahren zuvor gab es das Jahr der Chemie, der Astronomie, der Sprachen, der Fledermaus oder der Kartoffel. Am 20. Dezember 2013 hat die UN-Generalversammlung das Jahr 2015 als „Internationales Jahr des Lichts und der lichtbasierten Technologien“ (engl./kurz: IYL 2015) ausgerufen. 2015 steht also ganz im Zeichen des Lichts. Hierfür werden weltweit Veranstaltungen organisiert – von Australien bis Südamerika, von Indien bis Europa, von der kleinen Schulveranstaltung bis zum spektakulären Licht-Festival. Standen anfangs überwiegend naturwissenschaftliche und kulturelle Aspekte des Lichts, die Photonik, Optik und Astronomie im Mittelpunkt, so sind es zunehmend auch die lichtbasierten Technologien, die Architekturbeleuchtung sowie die Licht- und Medienkunst.

Es sind Impulse wie diese, die das Thema Licht stärker ins Bewusstsein der Verbraucher rücken sollen. Nicht zuletzt ist es auch der LED-Technologie geschuldet, dass man nun mehr über Licht und über die Qualität des Lichts redet. Und man wird sich immer bewusster, warum eine Lichtplanung so wichtig für Mensch und Umwelt ist. Im letzten Jahr wurde der Physik-Nobelpreis für die Erfinder der blauen LED vergeben. Auch dies ist ein wichtiges Signal und ein gelungener „Auftakt“ für das IYL. Doch nicht allein die LED bringt neuen Schwung in den Lichtmarkt, sondern auch Themen, über die noch geforscht und viel diskutiert wird, wie das „Human Centric Lighting“, das „Internet der Dinge“ oder die OLED.

Die Aufgabe der Medienvertreter und aller „Licht-Schaffenden“ und „Licht-Lehrenden“ ist es, die Öffentlichkeit für das Thema Licht zu sensibilisieren – nicht nur in diesem Jahr. Hierbei sollen alle Facetten des Lichts zum Zuge kommen: ob Stadtbeleuchtung, Architekturlicht, Lichtkunst, Smart Lighting und – oft vernachlässigt – das Tageslicht! Ist der Mensch für das Licht einmal sensibilisiert, so achtet er mehr auf gutes und „richtig geplantes“ Licht – das fängt bei der Wohnzimmerleuchte an und hört bei der Beleuchtung im Museum, am Arbeitsplatz oder im Hotel auf. Ziel ist es auch, mit dem Gut „Licht“ verantwortungsvoller umzugehen, um Lichtverschmutzung in den Städten zu reduzieren und Lichtqualität zu schätzen.

Die UNESCO liefert uns die „Vorlage“ und auch die Chance dafür, das „Licht unter die Menschen“ zu bringen. Hierzu dienen die zahlreichen Events, Wettbewerbe, Medien und sozialen Plattformen. Hamburg macht mit „LICHT 2015“ in Deutschland den Auftakt: Vom 15. -19. Februar startet der Lichtcampus mit einer bundesweiten Hochschul-Projektwoche an der HAW Hamburg. Vom 18.-20. Februar öffnen bei „Hamburg 17:36“, zum Sonnenuntergang um 17:36, Ateliers, Showrooms und Werkstätten ihre Türen. Ein Licht-Kolloquium der künstlerischen Hochschulen findet am 20. Februar statt.

Besonders spannend finde ich bei solchen Veranstaltungen den interdisziplinären Austausch zwischen Lehrenden und Lernenden, Künstlern, Designern, Planern, Technikern und Wissenschaftlern und nicht zuletzt den Verbrauchern. Insbesondere der Austausch mit den Studenten ist wichtig, denn hier werden die Weichen für die künftigen „Licht-Berufe“ gestellt, ob technischer, künstlerischer oder planerischer Art. Schüler und Studierende sollen für die theoretische und praktische Anwendung von Licht bereits frühzeitig begeistert werden. Und nicht zuletzt sind es Impulse wie der Nobelpreis oder das UNESCO-Jahr, die einmal mehr beweisen, dass Licht ein zukunftsweisendes Thema ist. Als Medienpartner von „LICHT Hamburg 2015“, des IYL 2015 und als Mitglied im L-RO wird die Zeitschrift LICHT regelmäßig über die Aktivitäten berichten.

In diesem Sinne wünsche ich einen guten Start ins neue internationale LICHT-Jahr und viel Freude mit „Licht 2015 Hamburg“.

Emre Onur
Chefredakteur LICHT