In Erinnerung an Heinrich Klotz

Heinrich Klotz, der erste Direktor des ZKM – Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe –, hätte am kommenden Freitag, den 20. März 2015, seinen 80. Geburtstag gefeiert. Der Marburger Kunsthistoriker war von Frankfurt am Main, wo er 1984 das Deutsche Architekturmuseum am Museumsufer errichtet hatte, 1989 nach Karlsruhe gekommen, um ein Pioniermodell zu schaffen: Ein Zentrum aller Medien und Gattungen, das Zentrum für Kunst und Medientechnologie. Zur Legitimation seiner Gründung berief sich Klotz immer wieder auf das Bauhaus Dessau. Das ZKM beziehe die Künste auf die digitalen Techniken. Damit legte er mit den Grundstein für das Selbstverständnis der Institution, die seit ihrer Gründung die Verknüpfung von Kunst und Technik in die Zukunft fortführt. Heinrich Klotz starb 1999 im Alter von 64 Jahren.

„Heinrich Klotz war ein visionsgetriebener Mensch. Nach seiner Tätigkeit als Professor der Kunstgeschichte an der renommierten Universität Marburg, wo er zahlreiche prominente Schüler wie Horst Bredekamp von der Humboldt-Universität Berlin und Klaus Schrenk, ehemaliger Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München, hervorbrachte, begann eine furiose Dekade der Gründungen: Deutsches Architekturmuseum in Frankfurt am Main 1984, ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe 1989, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe 1992. Kein deutscher Intellektueller nach 1945 hat als Historiker, Autor, Lehrer, Theoretiker, Museums- und Hochschulgründer die deutsche Kunst- und Kulturszene so geprägt wie Heinrich Klotz. Seine Theorien zur Revision der architektonischen Moderne, zur Zweiten Moderne und zur Erweiterung des Kunstbegriffs um die Medien sind irreversible theoretische Fundamente, mit denen die Zukunft geschaffen wird.“ (Peter Weibel, Vorstand des ZKM)

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